
Das Suhler Eisen - Grundlage des frühen Waffenhandwerks
Die
in Suhl und Umgebung geförderten Eisenerze wurden von der
Frühzeit an bis ins 18. Jahrhundert hinein im Rennfeuerverfahren
verhüttet. Parallel dazu verbreiteten sich ab 1700 immer mehr
die moderneren Blauöfen. Auch betrieb man im 18. Jahrhundert in
Suhl einen Holzkohlen-Hochofen.
Das teigige Eisen aus den Rennfeuern wurde zu Stabeisenbarren ausgeschmiedet und fand Absatz bei den Eisenschmieden vor Ort oder ging in den Handel. Letzterer ist urkundlich seit 1350 belegt.
Neben der Herstellung von Werkzeugen für den "zivilen" Bedarf hatte die Produktion von Kriegsgerät in Suhl lange schon vor der Erfindung der Schußwaffen eine große Bedeutung. Belegt ist für das 14. Jahrhundert die Ausfuhr großer Mengen von Armbrustpfeilen nach Schweinfurt. Neben Hieb- und Stichwaffen aller Art schmiedeten die Suhler Rüstungen, Rüstungsteile und Schilder für die Ritterschaft Süddeutschlands, vor allem für die eigenen Henneberger Grafen und andere fränkische Herren.
Um 1500 herrschten in Suhl für das aufkommende Feuerwaffenhandwerk hervorragende Voraussetzungen: ein florierender Eisenerzbergbau und eine hochqualifizierte frühindustrielle Eisenverarbeitung. Unter solch günstigen Bedingungen entwickelte sich die Schußwaffenfabrikation schließlich zum wichtigsten Gewerbe der Stadt.
Abbildung: Graf Wilhelm III. von Henneberg-Schleusingen. (Grabkapelle in der St. Johanniskirche zu Schleusingen)