Historischer Bergbau Suhl

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Die Erzlagerstätten

Abbildung: Geologisches Profil des Tjhüringer Waldes und seines südwestlichen Vorlandes nach WAGENBRETH (1990).

Unter dem Marktplatz von Suhl verläuft die geologische Grenze zwischen dem Thüringer Wald und seinem südwestlichen Vorland. Hier wird der dominierende Buntsandstein des Haseltales und seiner sanfthügeligen Berge von den schrofferen, aus widerstandsfähigen Porphyren und Porphyriten bestehenden Gipfeln des Gebirges getrennt. Die für das Erscheinungsbild der Stadt so charakteristischen Massive des Domberges, Döllberges, Ringberges, Eisenberges und Beerberges überragen den durch tiefgründige Verwitterung großflächig ausgeräumten Suhl-Zella-Mehliser Granitkessel um mehrere hundert Meter.

Entlang der Randverwerfung des Thüringer Waldes konzentrieren sich die wichtigsten Erzlagerstätten. Im Suhler Gebiet sind insbesondere der Döllberg und der Domberg-Bock-Höhenrücken zu nennen, an denen jeweils Hunderte von Grubenanlagen nachgewiesen werden konnten. Ihre Metallgehalte entstammen mineralreichen wässrigen Lösungen, die während der Hebungsvorgänge des entstehenden Gebirges in Störungssystemen zirkulierten. Auf offenen Klüften wurden die Erze schließlich infolge Abkühlung und Druckabnahme ausgeschieden. Dominierend sind vielgestaltige Eisenerze, vor allem Hämatit (Roteisenerz), die in reinen Erzgängen oder gemeinsam mit Nichterzmineralen, beispielsweise Kalk- und Schwerspat oder Quarz, auskristallisierten. Mitunter ist den Eisen- und Manganerzen noch ihr ursprünglicher, wohl gelartiger Zustand anzusehen: Nierige, kugelige oder tropfsteinartige Bildungen erhielten von den Bergleuten die treffende Bezeichnung "Roter, Brauner oder Schwarzer Glaskopf".

Eine Sonderentwicklung stellen die Gänge im Röderfeld und am Schelrod dar. Die Erze sind meist als Limonit (Brauneisenstein) ausgebildet, z. T. begleitet von Manganerzen.

Die Hofleite und das Rimbachtal sind für ihre reichen Kupfererze bekannt - für Suhler Verhältnisse ebenfalls eine Besonderheit. Die Hoffnung auf gute Ausbeute widerspiegelt sich in den kostspieligen bergbautechnischen Anlagen, die errichtet wurden, beispielsweise Wasserkünste, um die Gruben trockenzulegen. Der Straßenname "An der Kunst" erinnert an diese bergmännischen Traditionen.

Gleichfalls an die Gebirgs-Randstörung gebunden sind Eisenkalke sowie Spat- und Brauneisenerze im Zechsteinausstrich nördlich von Albrechts.

Vollkommen verschieden von den magmatischen, an Gänge gebundenen Vererzungen sind die sedimentären Lagerstätten bei Goldlauter. Im Tal der Goldenen Lauter, das wegen der früher hier errichteten Aufbereitungsanlagen auch „Pochwerksgrund" genannt wird, treten Acanthodesschiefer zutage. Sie enthalten Konkretionen mit Kupfer- und Silbererzen, die sogenannten "Erznieren". Der Schiefer war ursprünglich - zur Rotliegendzeit vor etwa 290 Millionen Jahren -die an organischen Bestandteilen reiche Bodenschicht eines großen Süßwasser-Sees. Wegen der Ähnlichkeit mit dem Ilmenauer Kupferschiefer war im September 1780 sogar GOETHE in Goldlauter, um die wieder gangbar gemachte Grube "Güldene Rose" zu besichtigen!

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